#3 - Wie du im Alter nicht auf Pfandflaschen sammeln angewiesen bist

#3 - Wie du im Alter nicht auf Pfandflaschen sammeln angewiesen bist

„Die Rente ist sicher“ - Norbert Blüm, 1986.

Doch wie sicher ist die Rente wirklich?

Die Altersarmut ist nämlich ein wachsendes Problem in unserer Gesellschaft. Für viele von uns wird die gesetzliche Rente nicht ausreichen, um im Alter den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Denn schon heute beträgt die monatliche Durchschnittsrente lediglich 1.543 Euro in Deutschland.

Und in Zukunft ist keine Besserung in Sicht: Das aktuelle Rentensystem, das umlagefinanziert ist, stößt durch den demografischen Wandel nämlich zunehmend an seine Grenzen. Beim umlagefinanzierten Rentensystem zahlen die derzeit Arbeitenden in einen Topf, aus dem direkt die Renten der aktuellen Rentner gezahlt werden. Später werden diese Beitragszahler von der folgenden Generation unterstützt. Das geht solange gut, solange es mehr Einzahler als Empfänger gibt.

Das Problem: Es gibt immer mehr Rentner, aber immer weniger Beitragszahler und daher weniger Geld im Topf.

Das Ergebnis? Entweder müssen die Renten sinken, die Rentenbeiträge steigen, oder der Staat muss tiefer in die Tasche greifen und das System mit mehr Steuergeldern unterstützen, um die Renten zu stabilisieren.

Diese Entwicklung führt zur sogenannten "Rentenlücke" - der Unterschied zwischen dem letzten Einkommen vor der Rente und dem ersten Rentenbetrag. Es ist daher unerlässlich, dass jeder von uns die finanzielle Verantwortung übernimmt und privat für das Alter vorsorgt. Andernfalls könnte das Bild im Alter düster aussehen, und wir könnten uns in der unangenehmen Situation wiederfinden, Pfandflaschen sammeln zu müssen.

Doch Vorsicht: Einfaches Ansparen reicht nicht aus. Die Inflation frisst das Ersparte auf. Du hast sicherlich gemerkt, dass die Preise für Lebensmittel usw. in regelmäßigen Abständen steigen. Das wird leider auch in Zukunft der Fall sein.

Die folgende Grafik veranschaulicht die Auswirkungen von unterschiedlichen Inflationsraten auf einen Geldbetrag von 10.000 Euro über die Jahre:

Daher führt kein Weg vorbei an Anlagen, die höhere Renditen bringen als die Inflationsrate. Hierbei sind gerade Aktien und Fonds zu nennen, die wir auf diesem Blog behandeln.

Eine wichtige Rolle bei der Geldanlage spielt der Zinseszinseffekt. Der Zinseszinseffekt bedeutet, dass man nicht nur Zinsen auf sein angelegtes Geld erhält, sondern in den folgenden Perioden auch Zinsen auf diese Zinsen. Das führt dazu, dass das Vermögen über die Zeit exponentiell wächst.

Ein einfaches Beispiel für den Zinseszinseffekt: 

  • Nehmen wir an, du legst 100€ zu einem jährlichen Zinssatz von 10% an. 
  • Nach dem ersten Jahr erhältst du 10€ Zinsen (10% von 100€). Dein Gesamtbetrag beträgt nun 110€.
  •  Im zweiten Jahr erhältst du nicht nur 10% Zinsen auf deine ursprünglichen 100€, sondern auch auf die 10€ Zinsen vom ersten Jahr. Das bedeutet, du bekommst 11€ Zinsen (10% von 110€). Dein Gesamtbetrag steigt auf 121€. 
  • Im dritten Jahr bekommst du 10% Zinsen auf 121€, also 12,10€. Dein Gesamtbetrag wird 133,10€. 
  • Wie du siehst, steigt der Zinsbetrag jedes Jahr an, obwohl der Zinssatz gleich bleibt.

Früh anfangen lohnt sich dabei definitiv! Selbst mit kleinen Beträgen können über die Jahre hinweg erhebliche Summen angespart werden. Hier einige Beispiele für die jährlichen Durchschnittsrenditen verschiedener Aktien-Indizes:

  • MSCI World: 6%
  • DAX: 7%
  • S&P500: 9%
  • NASDAQ: 11%

Wichtig zu beachten ist, dass diese Renditen Durchschnittswerte über längere Zeiträume, z.B. 10-20 Jahre, darstellen und nicht jedes Jahr garantiert sind. Kursschwankungen gehören an der Börse einfach dazu und sind Teil des Spiels.

Gerade langfristig zeigen sich die Ergebnisse des Zinseszinseffekt. Hier in der Grafik wird das bei verschiedenen Zinssätzen auf einen Anfangsbetrag von 10.000 Euro im Verlauf der Jahre deutlich:

Noch beeindruckender wird es natürlich, wenn die Anlage sogar zweistellige jährliche Renditen einbringt: Je höher die Jahresrendite, desto besser für dich als Anleger.

Ich rate daher dringend dazu, sich intensiv mit Aktien und ETFs als Altersvorsorge zu beschäftigen und so früh wie möglich zu starten.

Ein kleines Beispiel: Selbst aus einem Anfangsbetrag von 100€ können bei durchschnittlichen ETF-Jahresrenditen über die Jahre beachtliche Summen werden:

Das heißt, man braucht nicht viel Geld, um an der Börse zu starten. Selbst bei einem konservativen Zinssatz von 7% werden aus 100 Euro nach 45 Jahren über 2.100 Euro. Also das 21-fache!

Ich weiß, der erste Schritt in die Welt der Aktien und ETFs kann einschüchternd sein. Aber keine Sorge, dieser Blog ist hier, um dich auf deinem Weg zu unterstützen und zu begleiten.

Ich wünsche dir einen entspannten Tag!

Max